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EU - AGRAR - Appell
Unser Appell an EU-Abgeordnete im Wortlaut


CI {CalenbergerInitiativen}
Netzwerk gegen Massentierhaltung

- Bad Münder, Barsinghausen, Diekholzen, Garbsen, Gehrden, Hannover,
Neustadt, Nordstemmen, Pattensen, Seelze, Springe, Wennigsen, Wunstorf -


Wir, die CI – {CalenbergerInitiativen} - Netzwerk gegen Massentierhaltung - sind ein Zusammenschluß mehrerer Bürgerinitiativen und Organisationen, die sich gegen die industrielle Massentierhaltung wenden. Mehr als 20.000 Mitglieder und Unterstützer/innen stehen hinter uns. Darüber hinaus sind wir in das Netzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ eingebunden, das mittlerweile deutschlandweit aus deutlich über 100 Bürgerinitiativen, Organisationen und Verbänden besteht und stetig wächst.

Mit großer Sorge lesen wir von den Plänen der deutschen Landwirtschaftsminister zur Zukunft der europäischen Agrarpolitik. Diese wollen die Direktzahlungen der 1. Säule der Agrarsubventionen weitgehend beibehalten, obwohl lt. einer Studie des Thünen-Instituts des Bundeslandwirtschaftsministeriums unsere Umwelt- und Tierschutzstandards die pauschalen Direktzahlungen nicht rechtfertigen.

Zur Zeit herrscht insbesondere auf dem Milch- und Fleischmarkt Überproduktion. Die Folgen sind, dass Schlachthöfe, Molkereien und Supermärkte die Preise in den Keller drücken. Laut Europäischem Rechnungshof liegen die Weltmarktpreise zumeist unter den Produktionskosten unserer Landwirte. Bauernhöfe geben unter diesem Preisdruck in großer Zahl auf. Trotzdem entstehen im Umfeld vieler Dörfer riesige neue Ställe für Massentierhaltungen. Die Bauern werden in die massive Verschuldung getrieben, obwohl weltweit die Fleischerzeugung massiv gesteigert wird und deutsche Erzeugnisse trotz Subventionierung bald nicht mehr weltmarktfähig sein werden. Überschussproduktion und Ausrichtung auf den Weltmarkt vernichten die bäuerliche Landwirtschaft in Deutschland genauso wie in den Entwicklungsländern. Dies zeigt, dass die derzeitige Agrarpolitik der Europäischen Union zu einer verschärften Industrialisierung der Landwirtschaft, steigenden Klimaemissionen und zur weltweit zunehmenden Armut entscheidend beiträgt. Eine solche Politik lehnen wir entschieden ab.

Die EU und ihre Mitgliedsstaaten haben sich vertraglich zur Nachhaltigkeit verpflichtet. Das verabschiedete Klimapaket sieht u.a. eine Reduktion der Klimaemissionen in der Landwirtschaft um 10 % bis zum Jahr 2020 vor. Der Verlust der Artenvielfalt sollte bis 2010 gestoppt werden. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie soll bis 2015 für einen guten Zustand der Gewässer sorgen. Auch Armut und Hunger sollen weltweit bis 2015 halbiert werden. Die Zahl der Hungernden ist trotzdem weiter gestiegen und wahrscheinlich werden auch die anderen Ziele verfehlt. Nur durch eine grundlegende Umverteilung der Agrarsubventionen erreichen wir die Klima-, Arten- und Wasserschutzziele, zu denen sich die EU verpflichtet hat. Es muss wieder nachhaltig unter Einhaltung von sinnvollen Fruchtfolgen statt riesiger Maiswüsten, dem Anbau von Leguminosen als Sojaersatz, der Beibehaltung von Grünland und der Schaffung von ökologischen Vorrangflächen gewirtschaftet werden.

Unsere Steuergelder sollen gedeckelt für eine Landwirtschaft eingesetzt werden, die ökologisch intakte Kulturlandschaften prägt, gesunde Lebensmittel liefert, Arbeitsplätze schafft und dabei Tierschutzanliegen ebenso wie globale Entwicklungs- und Ernährungsfragen sowie den Klimaschutz berücksichtigt. Nur mit einer solchen Reform der Agrarpolitik können wir alle gemeinsam einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten und den Hunger in der Welt durch eine nachhaltige Agrarentwickelungspolitik eindämmen. Anstelle der Gentechnik muss die Ressourcen schonende globale bäuerliche Landwirtschaft entwickelt und gestärkt werden.

Überzeugen Sie uns von Ihrer Unabhängigkeit von der Agrarindustrie durch Ihre Stimme für eine solche Agrarpolitik. Mit großem Interesse sehen wir Ihrer Antwort entgegen und verbleiben mit freundlichen Grüßen,

Ihre CI – {CalenbergerInitiativen}
Netzwerk gegen Massentierhaltung


 
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