Wir, die CI – {CalenbergerInitiativen} - Netzwerk gegen Massentierhaltung - sind
ein Zusammenschluß mehrerer Bürgerinitiativen und Organisationen, die sich gegen die industrielle
Massentierhaltung wenden. Mehr als 20.000 Mitglieder und Unterstützer/innen stehen hinter uns.
Darüber hinaus sind wir in das Netzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ eingebunden, das mittlerweile
deutschlandweit aus deutlich über 100 Bürgerinitiativen, Organisationen und Verbänden besteht
und stetig wächst.
Mit großer Sorge lesen wir von den Plänen der deutschen Landwirtschaftsminister zur Zukunft der
europäischen Agrarpolitik. Diese wollen die Direktzahlungen der 1. Säule der Agrarsubventionen weitgehend
beibehalten, obwohl lt. einer Studie des Thünen-Instituts des Bundeslandwirtschaftsministeriums unsere
Umwelt- und Tierschutzstandards die pauschalen Direktzahlungen nicht rechtfertigen.
Zur Zeit herrscht insbesondere auf dem Milch- und Fleischmarkt Überproduktion. Die Folgen sind, dass
Schlachthöfe, Molkereien und Supermärkte die Preise in den Keller drücken. Laut Europäischem Rechnungshof
liegen die Weltmarktpreise zumeist unter den Produktionskosten unserer Landwirte. Bauernhöfe geben unter
diesem Preisdruck in großer Zahl auf. Trotzdem entstehen im Umfeld vieler Dörfer riesige neue Ställe für
Massentierhaltungen. Die Bauern werden in die massive Verschuldung getrieben, obwohl weltweit die
Fleischerzeugung massiv gesteigert wird und deutsche Erzeugnisse trotz Subventionierung bald nicht mehr
weltmarktfähig sein werden. Überschussproduktion und Ausrichtung auf den Weltmarkt vernichten die
bäuerliche Landwirtschaft in Deutschland genauso wie in den Entwicklungsländern. Dies zeigt, dass die
derzeitige Agrarpolitik der Europäischen Union zu einer verschärften Industrialisierung der Landwirtschaft,
steigenden Klimaemissionen und zur weltweit zunehmenden Armut entscheidend beiträgt. Eine solche Politik
lehnen wir entschieden ab.
Die EU und ihre Mitgliedsstaaten haben sich vertraglich zur Nachhaltigkeit verpflichtet. Das verabschiedete
Klimapaket sieht u.a. eine Reduktion der Klimaemissionen in der Landwirtschaft um 10 % bis zum Jahr 2020 vor.
Der Verlust der Artenvielfalt sollte bis 2010 gestoppt werden. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie soll bis 2015
für einen guten Zustand der Gewässer sorgen. Auch Armut und Hunger sollen weltweit bis 2015 halbiert werden.
Die Zahl der Hungernden ist trotzdem weiter gestiegen und wahrscheinlich werden auch die anderen Ziele
verfehlt. Nur durch eine grundlegende Umverteilung der Agrarsubventionen erreichen wir die Klima-, Arten-
und Wasserschutzziele, zu denen sich die EU verpflichtet hat. Es muss wieder nachhaltig unter Einhaltung
von sinnvollen Fruchtfolgen statt riesiger Maiswüsten, dem Anbau von Leguminosen als Sojaersatz, der
Beibehaltung von Grünland und der Schaffung von ökologischen Vorrangflächen gewirtschaftet werden.
Unsere Steuergelder sollen gedeckelt für eine Landwirtschaft eingesetzt werden, die ökologisch intakte
Kulturlandschaften prägt, gesunde Lebensmittel liefert, Arbeitsplätze schafft und dabei Tierschutzanliegen
ebenso wie globale Entwicklungs- und Ernährungsfragen sowie den Klimaschutz berücksichtigt. Nur mit einer
solchen Reform der Agrarpolitik können wir alle gemeinsam einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten
und den Hunger in der Welt durch eine nachhaltige Agrarentwickelungspolitik eindämmen. Anstelle der Gentechnik
muss die Ressourcen schonende globale bäuerliche Landwirtschaft entwickelt und gestärkt werden.
Überzeugen Sie uns von Ihrer Unabhängigkeit von
der Agrarindustrie durch Ihre Stimme für eine solche Agrarpolitik. Mit großem Interesse sehen wir Ihrer
Antwort entgegen und verbleiben mit freundlichen Grüßen,
Ihre CI – {CalenbergerInitiativen}
Netzwerk gegen Massentierhaltung
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